S&S Academy · Videokurs · Wert 259 €
Business & First mit Meilen
Vom Punktestand zum Sitz in der Suite: Programme, Sweet Spots und Buchungswege für Business und First Class.
Selbstlern-Videothek: Du lernst eigenständig und in deinem Tempo. Es gibt keine Lernerfolgskontrolle – keine Tests, Prüfungen, Korrekturen oder Zertifikate und keine individuelle Betreuung oder Beantwortung inhaltlicher Fragen.
Modul 0 · Willkommen
Was dich erwartet und wie du den Kurs mit deinen eigenen Punkten durcharbeitest.
Lektion 0.1Willkommen an Bord: Aus Punkten wird eine Reise, die du nie vergisst
Es gibt einen Moment, den fast jeder unserer Leser kennt: Die Kabinentür schließt sich, das Glas Champagner steht auf der Ablage, und irgendwo unter dir liegt der Frankfurter oder Zürcher Nachthimmel. Nur hast du für diesen Moment keine fünfstellige Summe bezahlt, sondern Punkte eingesetzt, die über Monate ganz nebenbei entstanden sind.

Genau darum geht es in diesem Kurs. Die Kernaussage vorweg: Business und First mit Meilen sind kein Glücksspiel, sondern ein Handwerk, das du in wenigen Stunden lernen kannst. Wer die Regeln kennt, reist ruhiger und bezahlt deutlich weniger als der Passagier im Nachbarsitz.
Wir schreiben für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Deshalb denken wir von FRA, MUC, ZRH und VIE aus, rechnen in Euro und sprechen vor allem über die beiden Währungen, die unsere Leser tatsächlich besitzen: American Express Membership Rewards und Miles & More.
Was dich erwartet:
- Richtig einlösen: Warum Punkte in Flugprämien den höchsten Wert entfalten und wie du diesen Wert in Cent ausrechnest.
- Die Programme, Sweet Spots, Suchen & Buchen: Welches Programm welchen Sitz liefert und wie du ihn findest.
- Die Produkte: Allegris, SWISS Senses, Suites, Qsuite und Asiens Premiumkabinen – ehrlich eingeordnet.
- Das Gesamterlebnis: Lounge, Chauffeur, Fast Track und das Hotel am Ziel.
- Deine Traumreise: Eine vollständige Musterreise in den Indischen Ozean, die teuersten Fehler und eine Checkliste zum Abschluss.
Eine Bitte haben wir: Lies diesen Kurs nicht wie einen Katalog. Die Welt der Meilen verändert sich laufend, Preise steigen, Strecken verschwinden, neue Kabinen kommen hinzu. Alle zeitkritischen Angaben tragen deshalb ein Stand-Datum. Wir aktualisieren die Inhalte, sobald sich Wesentliches ändert, und dokumentieren das im Änderungsprotokoll.
Dein nächster Schritt: Schreib dir jetzt eine einzige Wunschreise auf – Ziel, Reisemonat, Kabine, Anzahl der Reisenden. Diese eine Zeile begleitet dich durch alle Module, und am Ende steht sie als buchbarer Plan vor dir.
Lektion 0.2So funktioniert der Kurs: Ein Modul, eine Entscheidung
Der Kurs ist so gebaut, dass du ihn neben einem vollen Kalender durcharbeiten kannst. Jede Lektion ist kurz, hat genau eine Kernaussage und endet mit einem konkreten nächsten Schritt. Die Kernaussage dieser Lektion: Arbeite den Kurs mit deiner eigenen Wunschreise durch – dann wird aus Wissen in wenigen Wochen eine Buchung.

Der Aufbau folgt dem Weg, den auch wir bei jeder Planung gehen:
- Modul 1 – Richtig einlösen: Du lernst, den Wert eines Punktes zu berechnen und Zuschläge einzuordnen.
- Module 2 bis 4 – Programme, Sweet Spots, Suchen & Buchen: Du wählst das Programm von der Reise her und findest den Platz.
- Modul 5 – Die Produkte: Du entscheidest, welche Kabine den Aufwand wert ist.
- Modul 6 – Das Gesamterlebnis: Du planst alles zwischen Haustür und Hotelzimmer.
- Modul 7 – Deine Traumreise: Du setzt alles in einer Musterreise zusammen und prüfst dich selbst.
In den Lektionen findest du wiederkehrende Elemente. Rechenbeispiele sind grau hinterlegt und zeigen dir Schritt für Schritt, wie wir auf eine Zahl kommen. Merksätze fassen das Wichtigste in einem Satz zusammen. Checklisten kannst du direkt für deine eigene Planung verwenden.
Alle Beträge, Meilenpreise und Konditionen haben wir bei den Anbietern oder in deren Bedingungen geprüft und mit „(Stand September 2026)“ gekennzeichnet. Wo sich etwas nicht eindeutig belegen ließ, formulieren wir bewusst allgemein. Das ist kein Mangel an Genauigkeit, sondern Ehrlichkeit: Vielfliegerprogramme ändern ihre Regeln oft ohne lange Ankündigung.

Unsere Empfehlung für das Tempo: ein Modul pro Woche. Nach Modul 1 kennst du deinen Punktewert, nach Modul 4 hast du einen konkreten Flug im Blick, nach Modul 7 steht der Plan.
- Wunschreise notiert (Ziel, Monat, Kabine, Personen)
- Aktuelle Punktestände bei Amex und Miles & More nachgesehen
- Feste Zeit im Kalender für das erste Modul reserviert
Dein nächster Schritt: Öffne deine Konten bei American Express und Miles & More, notiere die aktuellen Punktestände neben deiner Wunschreise und starte mit Modul 1.
Lektion 0.3Änderungsprotokoll: Was sich im Kurs geändert hat
Update 28.09.2026: Neue Lektion: Prämienplätze für zwei Personen finden.
Meilenprogramme sind lebendige Systeme. Eine Prämientabelle, die heute gilt, kann in drei Monaten Geschichte sein, und eine Kabine, die heute ab Frankfurt fliegt, wechselt im nächsten Flugplan nach München. Die Kernaussage dieser Lektion: Prüfe vor jeder Buchung das Stand-Datum einer Angabe – und schau hier nach, ob wir sie seitdem aktualisiert haben.

In dieser Übersicht dokumentieren wir jede inhaltliche Änderung am Kurs. Kleine sprachliche Korrekturen führen wir nicht auf, wohl aber jede geänderte Zahl, jede neue Strecke und jede Regel, die sich auf deine Planung auswirkt.
| Datum | Modul | Änderung |
|---|---|---|
| 22.09.2026 | alle | Kurs veröffentlicht. Alle Zahlen, Strecken und Konditionen mit Stand September 2026. |
| 22.09.2026 | Modul 5 | Erfasst: Allegris First Suite Plus seit 1. Juli 2026 für Alleinreisende ohne Sitzplatzaufpreis; SWISS Senses auf Boston, Seoul, ab Oktober 2026 auch Shanghai und Johannesburg. |
| 22.09.2026 | Modul 1 | Erfasst: Erhöhung der Lufthansa-Group-Zuschläge im März 2026. |
| 22.09.2026 | Modul 2 | Erfasst: Etihad Guest ist seit Juni 2026 kein Transferpartner von Amex Deutschland mehr. |
So liest du die Tabelle: Das Datum zeigt, wann wir den Kursinhalt geändert haben, nicht wann das Programm seine Regel geändert hat. Das Datum der eigentlichen Programmänderung findest du in der jeweiligen Lektion.
Wir prüfen die Inhalte regelmäßig und zusätzlich immer dann, wenn ein großes Programm eine Abwertung, eine neue Prämientabelle oder neue Transferkurse ankündigt. Fällt dir bei einer Buchung eine Abweichung auf, freuen wir uns über einen kurzen Hinweis. Jede Rückmeldung aus der Praxis macht den Kurs für alle genauer.
Dein nächster Schritt: Merke dir diese Seite als Lesezeichen und wirf vor jeder größeren Buchung einen kurzen Blick darauf.
Modul 1 · Richtig einlösen
Der Wert deiner Punkte entscheidet sich beim Einlösen – nicht beim Sammeln.
Lektion 1.1Warum gehören Meilen in Flugprämien? Weil sie dort ein Vielfaches wert sind
Punkte lassen sich heute für fast alles einlösen: Einkaufsgutscheine, Küchengeräte, die Jahresgebühr der Karte oder eine Gutschrift auf die Kartenabrechnung. Das ist bequem, und genau darin liegt die Falle. Die Kernaussage dieser Lektion: Deine Punkte entfalten ihren höchsten Wert in Business- und First-Class-Prämien – bei allem anderen tauschst du sie meist unter Wert.

Der Grund ist einfach. Ein Programm, das Punkte in Waren oder Guthaben umwandelt, bezahlt dafür echtes Geld an einen Händler. Es setzt den Kurs deshalb niedrig an. Ein freier Platz in der Business Class dagegen kostet die Airline wenig, wenn er sonst leer bliebe. Deshalb geben Programme Premiumsitze zu Meilenpreisen ab, die im Verhältnis zum Barpreis großzügig sind.
Wie groß der Unterschied ist, zeigt ein Blick auf Amex Membership Rewards. Wer Punkte nachträglich mit Kartenumsätzen verrechnet oder bei Einkaufspartnern einlöst, erhält je nach Einlöseart grob einen halben Cent pro Punkt oder weniger (Stand September 2026; den genauen Kurs zeigt dir dein Amex-Konto). Bei Premiumflügen sind mehrere Cent pro Punkt realistisch, wie du in der nächsten Lektion selbst nachrechnest.
Annahme zur Veranschaulichung: 100.000 Membership Rewards.
Als Gutschrift zu 0,5 Cent: 500 Euro.
Als Business-Prämie mit einem Gegenwert von 2,5 Cent: 2.500 Euro.
Differenz: 2.000 Euro – für dieselben Punkte.
Bei Miles & More ist das Bild ähnlich. Meilen im Prämienshop oder für kleine Upgrades bringen selten mehr als einen Bruchteil dessen, was eine Langstrecke in Business liefert. Hinzu kommt ein Aspekt, der sich nicht in Cent messen lässt: Eine Prämie in der Suite ist ein Erlebnis, das du dir in bar vielleicht nie gegönnt hättest. Genau dieser Unterschied macht den Reiz aus.
Heißt das, du solltest Punkte nie anders nutzen? Nicht ganz. Kleine Restguthaben, drohender Verfall oder eine Situation, in der Flugprämien schlicht nicht zu deinem Leben passen, sind gute Gründe für eine andere Verwendung. Entscheidend ist, dass du bewusst wählst und nicht aus Bequemlichkeit.

Dein nächster Schritt: Prüfe, ob du in den vergangenen zwölf Monaten Punkte für Gutschriften oder Waren eingesetzt hast, und notiere, wie viele es waren. Diese Zahl nimmst du in die nächste Lektion mit.
Lektion 1.2Was ist ein Punkt wirklich wert? Die Cent-Formel für jede Buchung
„Ein guter Deal“ ist bei Meilen ein dehnbarer Begriff. Solange du nur Meilenpreise vergleichst, fehlt dir die entscheidende Größe: der Gegenwert in Geld. Die Kernaussage dieser Lektion: Rechne jede Prämie in Cent pro Punkt aus – erst dann weißt du, ob sich die Einlösung lohnt.

Die Formel ist schlicht:
Cent pro Punkt = (Barpreis des vergleichbaren Tickets − Zuzahlung der Prämie) ÷ eingesetzte Punkte × 100
Drei Regeln machen die Formel belastbar. Erstens: Nimm als Barpreis das Ticket, das du realistisch gekauft hättest, nicht den teuersten Flex-Tarif. Zweitens: Rechne mit der vollständigen Zuzahlung, also Steuern, Gebühren und Zuschläge. Drittens: Rechne in deiner eigentlichen Währung. Wer Amex-Punkte in Avios oder Asia Miles umwandelt, setzt den Wert pro Amex-Punkt an, nicht pro Airline-Meile.
Beispiel 1 – Lufthansa Business Frankfurt–New York mit Miles & More. Nach der nochmaligen Zuschlagserhöhung Ende März 2026 kostete eine solche Prämie nach Berichten rund 97.000 Meilen plus etwa 1.519 Euro Zuzahlung für Hin- und Rückflug (Stand September 2026; der dynamische Meilenpreis schwankt je Datum).
Angenommener Barpreis Business hin und zurück: 3.500 Euro.
(3.500 − 1.519) ÷ 97.000 × 100 = rund 2,0 Cent pro Meile.
Bei einem Barpreis von 2.500 Euro wäre es nur noch rund 1,0 Cent.
Beispiel 2 – Qsuite München–Doha–Malé mit Avios. Qatar Airways verlangt in der Nebensaison 42.500 Avios für Europa–Doha und 35.000 Avios für Doha–Malé (Stand September 2026). Als zwei getrennte Prämien sind das 77.500 Avios, über den British Airways Club (5 : 4) also 96.875 Amex-Punkte. Als durchgehende Prämie berechnet Qatar nach der Gesamtstrecke, und das ist oft günstiger als die Summe – vergleiche beide Varianten im Qatar-Rechner.
Angenommener Barpreis Business einfach: 2.800 Euro. Angenommene Zuzahlung: 150 Euro.
Getrennt gebucht: (2.800 − 150) ÷ 96.875 × 100 = rund 2,7 Cent pro Amex-Punkt. Kostet die durchgehende Prämie weniger Avios, steigt der Wert entsprechend.

Beide Beispiele zeigen: Der Wert hängt stark vom Barpreis ab. Ist ein Ticket gerade günstig im Angebot, fällt der Punktewert. Ist der Barpreis hoch und die Zuzahlung niedrig, steigt er deutlich. Als grobe Orientierung arbeiten wir mit einer Schwelle: Unter etwa 1,5 Cent pro Amex-Punkt prüfen wir Alternativen, ab etwa 2 Cent buchen wir mit gutem Gefühl. Diese Schwelle ist unsere Faustregel, keine feste Größe.
Dein nächster Schritt: Nimm deine Wunschreise, suche den Barpreis für dein Datum und rechne mit der Formel den Wert einer möglichen Prämie aus.
Lektion 1.3Zuschläge und Nebenkosten: Welche Programme halten die Zuzahlung niedrig?
Eine Prämie ist nicht kostenlos. Neben den Meilen verlangt fast jedes Programm eine Zuzahlung, und die kann bei manchen Airlines einem günstigen Barticket nahekommen. Die Kernaussage dieser Lektion: Die Zuzahlung entscheidet oft mehr über den Wert einer Prämie als der Meilenpreis – wähle das Programm auch danach aus.

Die Zuzahlung besteht aus drei Teilen. Steuern und Flughafengebühren fallen immer an und sind überschaubar. Die Luftverkehrsteuer beim Abflug aus Deutschland kommt hinzu. Der große Brocken sind die sogenannten Carrier-Zuschläge, früher Treibstoffzuschläge genannt. Sie fließen direkt an die Airline, und manche Programme reichen sie weiter, andere nicht.
Bei der Lufthansa Group sind sie besonders hoch. Im März 2026 wurden sie zweimal erhöht; für Business Frankfurt–New York lag der Carrier-Zuschlag Ende März 2026 bei rund 1.348 Euro für Hin- und Rückflug, nach rund 948 Euro im Dezember 2025 (Stand September 2026). Für Asien fallen sie niedriger aus, bleiben aber spürbar.
| Tendenz | Beispiele (Stand September 2026) |
|---|---|
| Hohe Zuschläge | Lufthansa, SWISS, Austrian über Miles & More; British Airways auf eigenen Langstrecken; Emirates ab Europa |
| Moderate Zuzahlung | Iberia auf eigenen Flügen; Qatar Airways im Privilege Club; Cathay Pacific |
| Niedrig, überwiegend Steuern | Singapore Airlines über KrisFlyer; SAS über EuroBonus; Star-Alliance-Partner wie United über Miles & More; Avianca LifeMiles |
Drei Hebel senken die Zuzahlung, ohne dass du auf Komfort verzichtest:
- Die Airline wechseln, nicht das Programm. Innerhalb von Miles & More kosten Partnerflüge etwa mit United oder Singapore Airlines oft deutlich weniger Zuzahlung als Flüge mit Lufthansa selbst.
- Das Programm wechseln, nicht die Airline. Derselbe Lufthansa-Sitz kann über ein anderes Star-Alliance-Programm ohne Carrier-Zuschlag buchbar sein.
- Den Abflugort bedenken. In einigen Ländern sind Carrier-Zuschläge reguliert, nach Berichten etwa in Hongkong und Japan. Ein Rückflug von dort fällt deshalb oft günstiger aus als der Hinflug.

Zwei Prämien mit gleichem Meilenpreis, 90.000 Meilen.
Variante A: 1.100 Euro Zuzahlung. Variante B: 250 Euro Zuzahlung.
Bei einem Barpreis von 3.200 Euro: A = 2,3 Cent, B = 3,3 Cent pro Meile.
Dein nächster Schritt: Vergleiche für deine Wunschstrecke die Zuzahlung bei zwei Airlines derselben Allianz und notiere die Differenz in Euro.
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