Eines der wenigen internationalen Luxushäuser, die Hoi An nicht vom Strand aus betrachten, sondern am Rand der Altstadt liegen: 92 Zimmer in einem Kolonialensemble am Fluss, mit frisch erneuerten River Suites. Wir sagen, welche Kategorie sich lohnt und wann man besser nicht anreist. Unser Bericht.
Foto: Anantara Hoi An Resort
Hoi An ist eine Stadt, die man zu Fuß und im Dämmerlicht erlebt: ockergelbe Kaufmannshäuser, Seidenlaternen, Holzboote auf dem Thu-Bon-Fluss. Die meisten Luxushäuser der Region liegen jedoch am Strand, zwanzig bis dreißig Autominuten entfernt, und machen aus der Altstadt einen Ausflug. Das Anantara Hoi An Resort geht den anderen Weg. Es steht direkt am Fluss, am östlichen Rand der Altstadt, und wer abends durch das Gartentor tritt, ist in wenigen Minuten mitten im UNESCO-Welterbe. Für uns ist genau das der Grund, hier zu wohnen – und nicht am Meer.
Das Haus: Kolonialstil mit Garten
Das Resort ist kein Neubau mit Heritage-Dekor, sondern eine gewachsene Anlage: niedrige, dreigeschossige Flügel in Gelb und Weiß, Arkaden, Balustraden, Fensterläden, dazwischen ein tropischer Garten mit alten Kokospalmen. Entstanden ist das Ensemble als Life Resort; im April 2013 übernahm Minor Hotels das Haus und führt es seither als Anantara. Mit 92 Zimmern und Suiten bleibt es überschaubar. Die Architektur zitiert französische, chinesische und japanische Einflüsse – also genau die Mischung, die Hoi An als Handelshafen geprägt hat. Man spürt, dass die Anlage Patina hat, und das steht ihr gut.

Wichtig für die Einordnung: Das Haus hat sich laut offiziellem Factsheet für 2026 sichtbar erneuert. Acht neue Thu Bon River Suites, zehn vollständig renovierte Premium River Suites und eine zur Zwei-Schlafzimmer-Suite umgebaute Signature-Suite bilden nun die Flussfront; dazu kamen ein neu gestalteter Poolbereich mit Cabanas und ein neues Restaurant. Die Gartenzimmer wurden dabei nicht im gleichen Umfang angefasst. Das erklärt, warum die Eindrücke im Netz auseinandergehen – je nachdem, in welchem Flügel jemand gewohnt hat. Unser Rat vorweg: Die Kategorie entscheidet hier mehr als anderswo.
Zimmer: Warum sich der Fluss lohnt
Alle Zimmer folgen demselben Prinzip: ein Split-Level-Grundriss, der an die traditionellen Häuser der Stadt erinnert – unten eine Sitzecke mit L-Sofa und Schreibtisch, einige Stufen höher das Bett, davor eine Veranda oder ein Balkon mit zwei Daybeds. Dunkles Teakholz, helle Wände, Fotografien von Réhahn. Die Einstiegskategorie, das Deluxe Balcony Room, misst 36 m² und liegt im ersten und zweiten Obergeschoss; die Deluxe Garden Suite im Erdgeschoss kommt auf 42 m². Beide blicken in den Garten oder auf den Pool. Solide und stimmig, aber im Detail erkennbar älter als die Flussseite.

Wer kann, bucht an den Fluss. Die Premium River Suite (42 m²) liegt im Obergeschoss über dem Wasser, die neue Thu Bon River Suite (58 m²) direkt an der Uferkante, mit Doppelwaschtisch, begehbarer Dusche und freistehender Wanne auf Löwenfüßen. Zu allen Flusssuiten gehören ein persönlicher Host, Check-in in der Suite und eine 60-minütige Spa-Behandlung pro Person und Aufenthalt – das relativiert den Aufpreis. Für Familien oder zwei Paare gibt es die Anantara Two Bedroom River Suite mit 84 m² und 32 m² Eckterrasse. Für uns ist die Thu Bon River Suite die Kategorie, für die man dieses Haus wählt.

Küche & Bar
Der Tag beginnt im Lanterns, dem Frühstücksrestaurant im ersten Stock mit Blick über den Fluss: Buffet und À-la-carte, mit den Klassikern des vietnamesischen Morgens ebenso wie mit europäischem Repertoire. Abends ist das Hoi An Riverside die erste Adresse des Hauses, geöffnet ab 16 Uhr, mit moderner und klassischer vietnamesischer Küche und einem Schwerpunkt auf den Spezialitäten der Zentralküste. Die Terrasse unter Lampions, wenige Meter vom Wasser, ist für uns der schönste Platz der Anlage. Sterneküche darf man nicht erwarten; es ist eine sorgfältige, regional verankerte Hotelküche in einer Lage, die kaum ein Restaurant der Stadt bieten kann.


Neu ist das Art Space Restaurant & Bar: halb Bistro, halb Galerie, mit Holzofenpizza, Tapas, Cocktails, lokalem Craft-Bier und wechselnden Arbeiten von Künstlern, die in Vietnam leben; dazu eine Terrasse mit Bartresen und gelegentlich Livemusik. Tagsüber versorgt die Reflections Pool Bar die Liegen mit Burgern, Säften und Drinks. Wer einen besonderen Abend plant, lässt sich über Designer Dining einen privaten Tisch am Ufer oder auf dem Boot eindecken. Ehrlich gesagt: Hoi An hat eine der besten Straßenküchen Vietnams direkt vor der Tür. Wir würden höchstens jeden zweiten Abend im Haus essen – und das ist als Kompliment an die Stadt gemeint.
Spa, Pool und der Fluss als Programm
Das Anantara Spa ist klein und konzentriert: vier Einzelbehandlungsräume und ein Raum für Paare, jeweils mit eigener Wanne, dazu ein Beauty-Salon. Die Signatur ist die vietnamesische Vierhandmassage über 90 Minuten; Kräuterbad und Grüntee-Salz-Peeling ergänzen das Menü. Der Pool im Innenhof ist temperiert – ein Detail, das in den kühleren Monaten von Dezember bis Februar tatsächlich zählt – und wurde zuletzt mit Cabanas und breiteren Liegen neu gefasst. Groß ist er nicht. Wer Bahnen ziehen will, tut das am besten früh am Morgen; ein Technogym-Fitnessraum ist vorhanden.


Die eigentliche Besonderheit des Hauses ist der Fluss. Vom hauseigenen Steg legen Boote zu Sonnenuntergangsfahrten ab, der Kochkurs Spice Spoons führt unter Anleitung des Küchenchefs in die vietnamesische Küche ein, und Fahrräder stehen kostenlos bereit. Für Reisende, die Vietnam der Länge nach erkunden, gibt es eine elegante Verbindung: The Vietage by Anantara, ein Salonwagen mit wenigen Plätzen, fährt in rund sechs Stunden zwischen Da Nang und Quy Nhon und lässt sich mit den Anantara Quy Nhon Villas kombinieren. Das ist keine schnelle, aber eine sehr zivilisierte Art zu reisen.
Lage: Altstadt zu Fuß, Strand mit dem Rad
Die Adresse lautet Pham Hong Thai 1, am östlichen Ende der Altstadt. Zum Zentralmarkt sind es wenige Gehminuten, zur Japanischen Brücke am anderen Ende der Altstadt etwa eine Viertelstunde; insgesamt liegt weniger als ein Kilometer zwischen Gartentor und Welterbe. Der Strand von An Bang ist rund fünf Kilometer entfernt und mit dem Rad durch Reisfelder gut zu erreichen. Der internationale Flughafen Da Nang und der Bahnhof Da Nang liegen jeweils etwa eine Autostunde nördlich; das Haus organisiert den Transfer. Verwaltungstechnisch gehört Hoi An seit der Gebietsreform 2025 übrigens zur Stadt Da Nang.


Als Tagesausflüge bieten sich die Cham-Ruinen von My Son an, etwa eine Stunde landeinwärts, die Marmorberge auf dem Weg nach Da Nang und – mit drei Stunden Fahrt je Strecke eher für Ausdauernde – die Kaiserstadt Hue. Zwei Dinge sollte man wissen. Erstens: Der Fluss ist eine Verkehrsader; das Tuckern der Boote ist auf der Flussseite zu hören, abends auch der Betrieb der Ausflugsboote. Zweitens: Im Oktober und November führt der Thu Bon regelmäßig Hochwasser, Teile der Altstadt stehen dann zeitweise unter Wasser. Wer flexibel ist, meidet diese Wochen.
Was es kostet
Auf der offiziellen Website beginnen die Raten bei etwa 240 US-Dollar für das Deluxe Balcony Room und rund 310 für die Deluxe Garden Suite, inklusive Frühstück; die Premium River Suite liegt bei etwa 450, die Thu Bon River Suite bei knapp 600, die Zwei-Schlafzimmer-Suite bei gut 1.100 US-Dollar. Portale zeigen in der Nebensaison Einstiegspreise ab 160 bis 210 US-Dollar, rund um Weihnachten und Neujahr etwa das Doppelte. Anantara gehört zu GHA DISCOVERY; Aufenthalte zählen für den Status und bringen DISCOVERY Dollars. Beste Reisezeit ist Februar bis Mai, im Hochsommer ist es heiß, aber verlässlich sonnig. Unser Rat: lieber eine Nacht kürzer und dafür an den Fluss.
Passt für
Kulturreisende und Paare, die Hoi Ans Altstadt zu Fuß erleben wollen, für Vietnam-Rundreisende mit zwei bis vier Nächten in Zentralvietnam, für Familien (Verbindungszimmer, Zwei-Schlafzimmer-Suite) und für GHA-DISCOVERY-Mitglieder.Passt weniger für
Strandurlauber, für Gäste, die ein weitläufiges Resort mit großem Pool und Villen erwarten, und für sehr geräuschempfindliche Schläfer auf der Flussseite.Das Anantara Hoi An Resort ist kein spektakuläres, aber ein sehr richtig platziertes Haus: Wer wegen der Altstadt kommt, wohnt nirgends besser. Mit den neuen River Suites hat die Flussfront das Niveau erreicht, das die Lage verdient; die Gartenzimmer bleiben die vernünftige, etwas ältere Alternative. Für uns die erste Wahl in Hoi An, sofern der Strand nicht Hauptzweck der Reise ist.
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Wir buchen das Anantara Hoi An Resort für dich zu den tagesaktuellen Raten des Hauses – dein GHA-DISCOVERY-Status und deine DISCOVERY Dollars werden dabei eins zu eins weitergegeben.
Reise anfragenJoin our CommunityDieser Reisebericht beruht auf unserem eigenen Aufenthalt. Zahlen, Preise und Auszeichnungen haben wir im September 2026 mit den Angaben des Hauses abgeglichen: anantara.com/hoi-an. Sie ändern sich laufend, wir prüfen sie für deinen Reisezeitraum tagesaktuell. Fotos: Anantara Hoi An Resort sowie Wikimedia Commons (Urheber und Lizenz jeweils am Bild).
Text und Recherche unterstützt durch KI




