Bellustar Tokyo: Stille Zimmer über dem lautesten Viertel der Stadt

Tokio · Shinjuku

97 Zimmer in den obersten Etagen des Tokyu Kabukicho Tower, 200 Meter über Shinjukus Vergnügungsviertel – mit sieben Meter breiten Fenstern, einem dreigeschossigen Restaurant und einem Michelin Key. Ein Haus für alle, die Tokio dort erleben wollen, wo es am hellsten leuchtet, und abends trotzdem Ruhe suchen. Unser Bericht.

BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel · TokioReiseberichtAus eigener Anschauung

Foto: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel

Wer in Tokio erstklassig wohnen will, landet meist in Marunouchi, Otemachi oder Roppongi. Das Bellustar Tokyo geht einen anderen Weg: Es sitzt in den obersten Etagen des Tokyu Kabukicho Tower, mitten in Kabukicho, dem größten Vergnügungsviertel des Landes. Unten Leuchtreklamen und Nachtleben bis zum Morgen – oben, vom 39. bis zum 47. Stock, 97 Zimmer in gedeckten Farben, sieben Meter breite Fenster und eine Ruhe, die man an dieser Adresse nicht erwartet. Für uns funktioniert das erstaunlich gut. Ein offenes Wort gehört trotzdem an den Anfang: Der Weg ins Hotel führt immer durch das Viertel – wer Kabukicho nicht mag, wird es auch aus 200 Metern Höhe nicht lieben lernen.

Das Haus: ein Hochhaus für die Nacht

Der Tokyu Kabukicho Tower wurde im April 2023 eröffnet, 225 Meter hoch, 48 Geschosse, entworfen von Yuko Nagayama & Associates; die gläserne Fassade mit ihrem gezackten Abschluss soll an eine Fontäne erinnern. Büros gibt es hier nicht. Der Turm ist ganz der Unterhaltung gewidmet: Kino, Theater, Konzerthalle, eine Food Hall – und zwei Hotels. In den mittleren Etagen liegt das lebhaftere Hotel Groove Shinjuku, darüber, vom 39. Stock an, das Bellustar, das im Mai 2023 folgte.

Lobby und Rezeption im 18. Stock
Lobby und Rezeption im 18. Stock · Foto: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel

Geführt wird das Haus von Tokyu Hotels, vermarktet in Partnerschaft mit der Pan Pacific Hotels Group aus Singapur – daher der Namenszusatz und die Anbindung an GHA DISCOVERY. Die Lobby im 18. Stock ist dunkel, ruhig, fast klubartig: schwarzer Stein, Messing, Kalligrafie-Motive, dahinter der erste weite Blick über die Stadt. Der Michelin Guide hat dem Hotel 2024 und 2025 jeweils einen Michelin Key verliehen. Eine Sterne-Wertung von Forbes haben wir bei unserer Recherche dagegen nicht gefunden; wir erwähnen das, weil manche Buchungsportale großzügiger formulieren.

Zimmer: Welche Kategorie sich lohnt

Die Einstiegskategorie Studio King misst 41 bis 48 Quadratmeter – für Tokio großzügig, zumal die Fensterfront über die gesamte Raumbreite läuft. Die Gestaltung ist zurückhaltend japanisch: dunkles Holz, Grau- und Blautöne, Anklänge an Tuschemalerei, schwarzer Marmor im Bad mit Regendusche. Studio Premier (51 bis 55 Quadratmeter) und Studio Deluxe (56 Quadratmeter, zwei Doppelbetten, tiefe Badewanne) bieten spürbar mehr Platz zum Sitzen; für Aufenthalte ab drei Nächten würden wir mindestens hier ansetzen.

Studio Premier mit sieben Meter breiter Fensterfront
Studio Premier mit sieben Meter breiter Fensterfront · Foto: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel
Junior Corner Suite King mit frei stehender Wanne am Fenster
Junior Corner Suite King mit frei stehender Wanne am Fenster · Foto: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel

Unser Rat ist allerdings die Junior Corner Suite King mit 59 Quadratmetern: Eckzimmer, Blick in zwei Richtungen und eine frei stehende Wanne direkt am Fenster. Wer in Tokio einmal über den Lichtern baden möchte, ist hier richtig. Ab dem 41. Stock liegen die Deluxe Suite (76 Quadratmeter, geschwungene Eckfenster) und die Two Bedrooms Deluxe Suite (82 Quadratmeter) für Familien. Zwei Hinweise aus Gästeberichten: Die Glaswände im Bad sind teils nur satiniert, und in den Eckzimmern ist bei Sturm der Wind zu hören.

Eine Welt für sich sind die fünf Penthouses in den Etagen 45 bis 47, die das Haus «Sky Private Villa» nennt. Sie heißen sora, hana, tori, kaze und tsuki – Himmel, Blume, Vogel, Wind, Mond – und messen zwischen 113 und 277 Quadratmetern; hana und tori sind als Maisonette angelegt. Eingerichtet wurden sie mit Möbeln von Karimoku Case nach Entwürfen von Keiji Ashizawa und Norm Architects: helles Holz, klare Linien, deutlich skandinavischer als der Rest des Hauses. Für uns sind es die schönsten Räume im Turm.

Penthouse «hana»: Maisonette mit Möbeln von Karimoku Case
Penthouse «hana»: Maisonette mit Möbeln von Karimoku Case · Foto: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel

Küche und Bar

Drei Restaurants und eine Bar teilen sich die oberen Etagen. Das Restaurant Bellustar ist das Herzstück: ein drei Geschosse hoher Raum mit Fenstern bis unter die Decke, in dem moderne französische Küche mit Produkten aus wechselnden japanischen Regionen serviert wird – das Haus spricht von einer «Reise der Zutaten». Hier wird auch gefrühstückt, à la carte statt vom Buffet. Bei klarem Wetter, vor allem im Winter, steht der Fuji am Horizont. Für uns der eindrucksvollste Raum des Hauses.

Restaurant Bellustar: dreigeschossiger Raum über der Stadt
Restaurant Bellustar: dreigeschossiger Raum über der Stadt · Foto: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel

Daneben gibt es zwei kleine Tresen-Restaurants: Teppan Ten-yu, wo vor dem Panorama der Hochhäuser auf der heißen Platte gearbeitet wird, und Sushi JIN-È mit Nigiri im Edomae-Stil. Beide haben nur wenige Plätze; reservier am besten schon vor der Anreise. Die Bar Bellustar arbeitet mit Früchten, Kräutern und Gemüse von ausgewählten japanischen Höfen sowie japanischen Craft-Spirituosen, die Drinks sind präzise, der Nachmittagstee wechselt mit der Jahreszeit. Nüchtern gesagt: Man isst hier auf hohem Niveau zu hohen Preisen – und hat ein paar Minuten entfernt die halbe Gastronomie Tokios vor der Tür.

Bar Bellustar
Bar Bellustar · Foto: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel

Spa, Lounge und was fehlt

Das SPA sunya liegt ganz oben; der Name kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Himmel. Behandelt wird mit Zutaten aus japanischen Regionen in Räumen mit bodentiefen Fenstern. Es ist ein Behandlungs-Spa, keine Badelandschaft: Einen Pool gibt es im Bellustar nicht, der Fitnessraum im 18. Stock ist dafür rund um die Uhr geöffnet. Sehr angenehm ist die Lounge für Hausgäste – ein stiller Ort zwischen zwei Streifzügen. Überhaupt ist der Service das, was wir am Haus besonders schätzen: aufmerksam, genau und bei 97 Zimmern persönlicher als in den großen Häusern. Manchen Gästen ist er beinahe zu präsent; uns war das lieber als das Gegenteil.

Lounge in den oberen Etagen, am Horizont der Fuji
Lounge in den oberen Etagen, am Horizont der Fuji · Foto: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel

Die Lage: mitten im Vergnügungsviertel

Die Adresse lautet Kabukicho 1-29-1, und das sollte man wörtlich nehmen. Rund um den Turm liegen Izakayas, Spielhallen, Host-Clubs und Love Hotels; abends sind Schlepper unterwegs, die man freundlich ignoriert. Gefährlich ist das nach mitteleuropäischen Maßstäben nicht, doch es ist laut, grell und nicht elegant. Die Gegenrechnung: Seibu-Shinjuku liegt eine Gehminute entfernt, der Bahnhof Shinjuku mit JR, Metro und Narita Express etwa sieben, Shinjuku-Sanchome acht. Die Flughafenbusse nach Haneda und Narita halten direkt am Turm; alternativ bietet das Hotel einen Wagenservice.

Die Hochhäuser von Shinjuku vor dem Fuji
Die Hochhäuser von Shinjuku vor dem Fuji · Foto: Morio, CC BY-SA 3.0
Shinjuku Gyoen mit dem NTT-Docomo-Turm
Shinjuku Gyoen mit dem NTT-Docomo-Turm · Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0

Zu Fuß erreichst du in wenigen Minuten die winzigen Bars der Golden Gai und die Yakitori-Gassen von Omoide Yokocho, ebenso das Kaufhaus Isetan, für uns das beste des Landes. Zum Ausgleich empfehlen wir den Shinjuku Gyoen, rund zwanzig Minuten zu Fuß: ein weitläufiger Park mit japanischem, englischem und französischem Gartenteil, zur Kirschblüte und Ende November am schönsten. Wer noch höher hinaus will, fährt auf die kostenlose Aussichtsplattform des Rathauses in Nishi-Shinjuku. Kaiserpalast, Ginza oder Asakusa sind per Bahn 15 bis 30 Minuten entfernt.

Was es kostet

Das Bellustar ist klar im oberen Segment angesiedelt, bleibt aber meist unter den Raten der großen Namen in Otemachi und Marunouchi. Auf der Pan-Pacific-Seite beginnen Studio Kings bei etwa 85.000 Yen pro Nacht, je nach Kurs rund 500 Euro; Studio Premier ab etwa 95.000, Junior Corner Suiten ab 115.000 bis 125.000, die Deluxe Suite ab etwa 165.000 Yen. Zur Kirschblüte, im Herbst und um Neujahr liegt alles deutlich darüber. Unser Rat: lieber ein Studio Premier als die Einstiegskategorie, Frühstück einschließen – und das Haus für zwei bis vier Nächte Großstadt in Reinform einplanen, kombiniert mit einem ruhigen Gegenpol wie einem Ryokan in Hakone oder einigen Tagen in Kyoto.

Passt für

Tokio-Kenner und Neugierige, die das nächtliche Shinjuku vor der Tür haben wollen, für Paare mit Sinn für Aussicht und Design, für Feinschmecker und für alle, die kleine Häuser mit persönlichem Service den großen Namen vorziehen.

Passt weniger für

Reisende, die ein gediegenes, ruhiges Umfeld wie in Marunouchi erwarten, für Familien mit kleinen Kindern, die abends durchs Viertel müssen, und für alle, denen ein Pool wichtig ist.
Unser Fazit

Das Bellustar ist das ungewöhnlichste der neuen Tokioter Luxushotels: klein, sehr ruhig, mit großem Blick – und mit einer Adresse, die man mögen muss. Wer Kabukicho als Teil des Erlebnisses begreift, bekommt viel Raum, exzellenten Service und Preise unter denen der berühmten Nachbarn. Für uns eine klare Empfehlung mit einem ehrlichen Sternchen bei der Lage.

Aktuell im Angebot

Du bleibst in Tokio? Noch so ein Logenplatz über der Stadt: Prince Gallery Tokyo — bis zu 20 % Ersparnis →

Buche über uns

Wir buchen das Bellustar Tokyo für dich zu den besten verfügbaren Konditionen – dein GHA-DISCOVERY-Status und deine DISCOVERY Dollars werden dabei eins zu eins weitergegeben.

Reise anfragenJoin our Community

Dieser Reisebericht beruht auf unserem eigenen Aufenthalt. Zahlen, Preise und Auszeichnungen haben wir im September 2026 mit den Angaben des Hauses abgeglichen: panpacific.com. Sie ändern sich laufend, wir prüfen sie für deinen Reisezeitraum tagesaktuell. Fotos: BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel sowie Wikimedia Commons (Urheber und Lizenz jeweils am Bild).

Text und Recherche unterstützt durch KI

Buche über uns

Wir kuratieren Flüge in First und Business Class, ausgewählte Häuser und Statuszugänge — und sagen ehrlich, wann sich der Aufpreis nicht lohnt.