Meliá Vienna: Wien von ganz oben – das Designhotel im DC Tower

Abendlicher Blick aus der Altia Skybar über Donau und Innenstadt
Wien · Donau City

Österreichs höchstes Gebäude, eine Fassade von Dominique Perrault und eine Bar auf 220 Metern: Das Meliá Vienna ist kein Grandhotel, sondern ein modernes Design- und Business-Haus mit dem wohl besten Blick der Stadt. Warum wir zu The Level raten und was du über die Lage wissen solltest. Unser Bericht.

Meliá Vienna · WienReiseberichtAus eigener Anschauung

Foto: Meliá Vienna

Wien ist eine Stadt der Palais, der Ringstraßenhotels und der gedämpften Salons. Das Meliá Vienna ist von alledem das Gegenteil: ein Hotel in einem schwarzen Glasturm am anderen Donauufer, 250 Meter hoch samt Antenne, entworfen von einem Pariser Architekten. Wer hier eincheckt, sucht nicht das kaiserliche Wien, sondern den Blick darauf. Und dieser Blick – über die Donau, den Prater, den Stephansdom bis zum Wienerwald – ist das eigentliche Argument des Hauses. Wir kennen in der Stadt keinen zweiten, der ihm nahekommt.

Damit ist auch gesagt, wie wir das Haus einordnen. Meliá ist eine solide spanische Hotelmarke der gehobenen Klasse, keine Adresse des Ultra-Luxus, und das Meliá Vienna tritt in Wien nicht gegen Sacher, Imperial oder Rosewood an. Es ist ein modernes Design- und Business-Hotel mit einem spektakulären Alleinstellungsmerkmal. Wer es so liest, wird hier sehr zufrieden sein. Unser Eindruck war durchweg gut – mit zwei, drei Punkten, die du vor der Buchung kennen solltest.

Das Haus: Perraults Turm an der Donau

Die gefaltete Glasfassade des DC Tower 1 von Dominique Perrault
Die gefaltete Glasfassade des DC Tower 1 von Dominique Perrault · Foto: Meliá Vienna

Der DC Tower 1 wurde 2013 fertiggestellt und im Februar 2014 eröffnet; mit 220 Metern Dachhöhe und 250 Metern samt Antenne ist er das höchste Gebäude Österreichs. Dominique Perrault, der Architekt der Pariser Nationalbibliothek, hat ihm eine gefaltete, wellenartige Südostfassade gegeben – eine „flüssige“ Front, die an die Donau zu ihren Füßen erinnern soll. Der Rest ist ein strenger, dunkler Monolith. Das Hotel belegt die unteren Etagen bis zum 15. Stock sowie die beiden obersten Ebenen, den 57. und 58. Stock; dazwischen liegen Büros.

Innen setzt sich Perraults Handschrift fort: dunkler Stein, spiegelnde Decken, viel Schwarz, dazu warme Akzente in Gold und Holz. Das Bild, das bleibt, ist die frei schwingende Wendeltreppe der Lobby, die sich über drei Ebenen nach oben schraubt. Das ist kühl, großstädtisch und sehr konsequent – wer Stuck und Kristalllüster erwartet, ist im falschen Haus. Mit 253 Zimmern und Suiten sowie gut 1.100 Quadratmetern Veranstaltungsfläche ist das Meliá zudem ein Kongresshotel; das Austria Center Vienna und die UNO-City liegen nebenan, und das prägt das Publikum unter der Woche.

Lobby mit der frei schwingenden Wendeltreppe
Lobby mit der frei schwingenden Wendeltreppe · Foto: Meliá Vienna

Zimmer: warum wir zu The Level raten

Die Zimmer sind für ein Stadthotel großzügig geschnitten. Die Einstiegskategorien Meliá Guestroom und Deluxe messen 27 Quadratmeter, das Premium-Zimmer 34, das Familienzimmer 45. Alle haben bodentiefe Fenster, helle Betten vor dunklem Holz, schwarze Bäder mit Regendusche und Pflegeprodukte von Rituals. Wichtig zu wissen: Weil das Hotel nur bis zur 15. Etage reicht, wohnst du nicht auf Wolkenkratzerhöhe. Der Blick ist trotzdem weit – aber ob er auf die Donau und die Innenstadt geht oder auf die Nachbargebäude der Donau City, hängt von Seite und Stockwerk ab. Ein Zimmer zur Donauseite ausdrücklich anzufragen, lohnt sich.

Zimmer mit bodentiefen Fenstern und Blick auf die Donau
Zimmer mit bodentiefen Fenstern und Blick auf die Donau · Foto: Meliá Vienna
Zimmer der oberen Kategorien in der Abenddämmerung
Zimmer der oberen Kategorien in der Abenddämmerung · Foto: Meliá Vienna

Unser klarer Rat ist The Level, Meliás Haus-im-Haus-Konzept: The Level Deluxe mit 34 Quadratmetern, The Level Room mit 40, The Level Premium und Grand Premium mit 45, darüber die Master Suite mit 89 und die Präsidentensuite mit 214 Quadratmetern. Entscheidend ist, was dazugehört. Die Lounge liegt im 57. Stock – dort, wo das Haus seinen Trumpf ausspielt. Inbegriffen sind privater Check-in, Frühstück oben im Altia oder unten im Flow, Snacks und Getränke samt alkoholischer Auswahl, Turndown-Service und nach Verfügbarkeit ein Late Check-out bis 16 Uhr. Für uns der Unterschied zwischen einem guten Businesshotel und einem Aufenthalt, an den man sich erinnert.

The Level Lounge im 57. Stock
The Level Lounge im 57. Stock · Foto: Meliá Vienna

Küche & Bar: aus dem „57“ wurde Altia

Viele kennen die oberste Etage noch als „57 Restaurant & Lounge“. Dieses Kapitel ist beendet: Seit November 2025 heißt das Restaurant im 57. Stock Altia by Urrechu, nach vollständiger Umgestaltung und mit einem Konzept des baskischen Kochs Íñigo Urrechu, der bei Martín Berasategui gelernt hat und für Meliá weltweit Restaurants entwickelt. Serviert wird mediterrane Küche mit spanischem Akzent und österreichischen Produkten – Thunfischtatar, Steinbutt, Carabinero-Reis, dazu eine Karte aus spanischen und heimischen Weinen. Geöffnet ist abends von Dienstag bis Samstag; gefrühstückt wird hier täglich.

Restaurant Altia by Urrechu im 57. Stock bei Sonnenuntergang
Restaurant Altia by Urrechu im 57. Stock bei Sonnenuntergang · Foto: Meliá Vienna

Falstaff führt das Altia derzeit mit 84 Punkten und urteilt durchwachsen: Einzelne Gerichte überzeugen, andere halten mit der Aussicht nicht Schritt. Wir sehen es ähnlich gelassen – man kommt wegen des Gesamterlebnisses, nicht wegen einer kulinarischen Offenbarung. Unverzichtbar ist dagegen die Altia Skybar im 58. Stock mit ihrer offenen Terrasse auf rund 220 Metern: Cocktails, Pintxos und Wien zu Füßen, am schönsten zur blauen Stunde. Reserviere rechtzeitig, denn die Bar ist auch bei Wienern beliebt. Im Erdgeschoss ergänzt das Flow als Bar und Restaurant mit dem großen Frühstücksbuffet das Angebot.

Terrasse der Altia Skybar im 58. Stock
Terrasse der Altia Skybar im 58. Stock · Foto: Meliá Vienna

Fitness statt Spa

Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Ein Spa mit Pool, Saunalandschaft und Behandlungsräumen, wie es die großen Wiener Luxushäuser bieten, hat das Meliá Vienna nicht. Es gibt einen rund um die Uhr geöffneten Fitnessraum im 14. Stock mit Geräten von Technogym und Blick über die Stadt – ordentlich, aber kein Grund zur Anreise. Der Ausgleich liegt vor der Tür: Die Donauinsel mit ihren Lauf- und Radwegen ist zu Fuß erreichbar, im Sommer badet man in der Neuen oder der Alten Donau. Wer Wellness als festen Teil einer Städtereise sieht, sollte ein anderes Haus wählen.

Lage: Donau City, nicht Innenstadt

Das Meliá steht in der Donau City im 22. Bezirk, knapp fünf Kilometer vom Stephansdom entfernt. Das ist kein Flanierviertel, sondern ein Büro- und Kongressquartier, das abends ruhig wird. Die Anbindung ist dafür ausgezeichnet: Die U1-Station Kaisermühlen–VIC liegt etwa 200 Meter entfernt, in rund zehn Minuten bist du ohne Umsteigen am Stephansplatz, in einer guten Viertelstunde am Hauptbahnhof. Zum Flughafen sind es gut 20 Kilometer, mit dem Taxi je nach Verkehr 20 bis 25 Minuten. Nebenan wächst derzeit der DC Tower 2 – eine Baustelle, die man je nach Zimmerlage wahrnehmen kann.

Donau City mit DC Tower 1, von der Donauinsel gesehen
Donau City mit DC Tower 1, von der Donauinsel gesehen · Foto: Robert F. Tobler, CC BY-SA 4.0
Herbst auf der Donauinsel, dahinter Donauturm und DC Tower
Herbst auf der Donauinsel, dahinter Donauturm und DC Tower · Foto: Hubertl, CC BY 4.0

Was man rundherum macht: morgens eine Runde über die Donauinsel, nachmittags mit dem Tret- oder Elektroboot auf die Alte Donau, abends in eines der Lokale am Wasser. Der Donauturm mit seiner Aussichtsplattform und der Donaupark liegen wenige Gehminuten entfernt, der Prater zwei U-Bahn-Stationen. Für das klassische Programm – Oper, Kunsthistorisches Museum, Kaffeehäuser – fährst du in die Stadt und abends wieder hinaus. Manche empfinden genau das als Vorzug: tagsüber das dichte, historische Wien, danach Weite, Wasser und Licht.

Was es kostet

Das Meliá Vienna ist im Wiener Vergleich moderat bepreist. Standardzimmer liegen nach unserer Beobachtung meist zwischen etwa 150 und 250 Euro pro Nacht; bei großen Kongressen im Austria Center ziehen die Raten spürbar an. The Level kostet einen merklichen Aufschlag, den wir angesichts von Frühstück, Lounge und Getränken für gut angelegt halten. Parken ist kostenpflichtig. Das Haus gehört zu MeliáRewards. Unser Rat: Prüfe den Kongresskalender, frage eine hohe Etage zur Donauseite an und reserviere die Skybar gleich mit. Am schönsten sind die langen Abende von Mai bis September, wenn die Terrasse im 58. Stock geöffnet ist – und klare Wintertage mit weiter Fernsicht.

Passt für

Architektur- und Designfreunde, Geschäfts- und Kongressreisende, Wien-Wiederholer, die die Stadt einmal aus anderer Perspektive erleben wollen, sowie für alle, die abends lieber Weite und Wasser als Trubel vor der Tür haben – idealerweise in einem The-Level-Zimmer.

Passt weniger für

Erstbesucher, die das historische Wien fußläufig vor der Tür möchten, für Gäste, die ein klassisches Grandhotel mit Spa, Pool und lückenlosem Luxus-Service erwarten, und für alle, die mit kühler, dunkler Architektur wenig anfangen können.
Unser Fazit

Das Meliá Vienna ist kein Haus der Wiener Spitzenklasse und will es auch nicht sein. Es ist ein gut geführtes, modernes Designhotel in einem bemerkenswerten Gebäude – mit einem Blick, den dir in dieser Stadt sonst niemand bieten kann. Mit einem The-Level-Zimmer zur Donauseite und einem Abend in der Skybar wird daraus ein Aufenthalt, den wir gern empfehlen.

Aktuell im Angebot

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Dieser Reisebericht beruht auf unserem eigenen Aufenthalt. Zahlen, Preise und Auszeichnungen haben wir im September 2026 mit den Angaben des Hauses abgeglichen: melia.com. Sie ändern sich laufend, wir prüfen sie für deinen Reisezeitraum tagesaktuell. Fotos: Meliá Vienna sowie Wikimedia Commons (Urheber und Lizenz jeweils am Bild).

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