Seit 2018 steht am Westufer der Außenalster ein Haus, das hanseatische Zurückhaltung in zeitgenössische Architektur übersetzt – mit Zwei-Sterne-Küche im siebten Stock und einem Pool über den Baumkronen. Für uns ist es ein Heimspiel, und gerade deshalb haben wir genau hingesehen. Unser Bericht.
Foto: The Fontenay Hamburg
Hamburg ist für uns ein Heimspiel: Unser Büro liegt am Neuen Wall, die Binnenalster gleich um die Ecke. Umso genauer schauen wir hin, wenn ein Haus in der eigenen Stadt den Anspruch erhebt, zur europäischen Spitze zu gehören. The Fontenay tut das seit 2018 – ohne Grandhotel-Patina und ohne Goldrand, dafür mit viel Licht, weichen Linien und einem Blick über die Außenalster, der auch Einheimische innehalten lässt. Unser Eindruck war durchweg gut. Wer hanseatisches Understatement schätzt und trotzdem auf nichts verzichten möchte, findet hier die derzeit modernste Antwort der Stadt auf die Frage, was Luxus heute sein kann.
Das Haus: drei Kreise am Alsterufer
Der Name erinnert an den Schiffsmakler John Fontenay, der 1816 ein großes Grundstück vor dem Dammtor erwarb. Auf genau diesem Areal stand bis 2014 das alte InterContinental; der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne kaufte es 2013, ließ es abreißen und baute neu. Nach einigen Verzögerungen eröffnete The Fontenay am 19. März 2018. Der Hamburger Architekt Jan Störmer hat drei ineinandergreifende Kreise entworfen, die an Baumkronen erinnern sollen – verkleidet mit weißer Keramik, wie es die Alsterverordnung verlangt, und mit mehr als 14.000 Quadratmetern Glas. Rechte Winkel sucht man nahezu vergeblich.

Das Herz des Hauses ist das 27 Meter hohe Atrium. Eine sechs Meter lange Lichtskulptur von Brand van Egmond hängt über einem geschwungenen Sofa, die Möbel stammen aus der Feder von Matteo Thun, und durch die Glasfront schaut man direkt in den Park. Nachmittags wird hier Afternoon Tea serviert, von Donnerstag bis Sonntag begleitet von Live-Musik; nebenan liegen eine Bibliothek mit über 1.000 Bänden und ein kleiner Smokers Room. Für uns ist das Atrium der Raum, der das Haus erklärt: großzügig, hell, nie laut – ein Stadtresort eher als ein Stadthotel.
Zimmer & Suiten: welche Kategorie sich lohnt
130 Zimmer und Suiten verteilen sich auf die drei Rundbauten, 17 davon sind Suiten. Das Standardzimmer heißt Fontenay Deluxe und misst 43 Quadratmeter – für eine deutsche Großstadt ein sehr ordentliches Einstiegsmaß. Dazu kommen bodentiefe Fenster, helles Parkett, ein begehbarer Schrank und in aller Regel ein eigener Balkon. Die Farbwelt bleibt bei Sand, Salbei und Türkis, nichts drängt sich auf. Gästeberichten zufolge ist die Minibar mit Softgetränken im Preis enthalten. Das Fontenay Classic mit 28 Quadratmetern und Queen-Bett ist ausdrücklich für die Einzelbelegung gedacht, etwa für die kurze Geschäftsreise.


Unser Rat: Buche nach Möglichkeit das Fontenay Deluxe Alster. Die Zimmer zur Park- und Stadtseite sind ruhig und grün, doch der Blick aufs Wasser ist das, wofür man herkommt. Wer mehr Raum möchte, findet bei den Executive Suiten 65 Quadratmeter mit getrenntem Wohn- und Schlafzimmer, bei den Premier Suiten 75 und bei den Panorama Suiten 85 bis 95 Quadratmeter samt Sonnenaufgang über der Alster. Eine Hamburger Eigenheit ist die Europa 2 Suite im Design des gleichnamigen Kreuzfahrtschiffs. Ehrlich gesagt: Die Bäder fallen im Verhältnis zur Zimmergröße eher kompakt aus – hochwertig, aber kein Badesalon.
Küche & Bar: zwei Sterne im siebten Stock
Das Lakeside in der obersten Etage ist eines der besten Restaurants Norddeutschlands. Küchenchef Julian Stowasser, zuvor Souschef im Münchner Atelier, holte 2021 den ersten und 2023 den zweiten Michelin-Stern; beide wurden seither bestätigt. Der Raum fasst nur 40 Gäste, ist fast weiß gehalten und überlässt die Bühne dem Teller und dem Panorama. Geöffnet ist ausschließlich abends von Dienstag bis Samstag, dazu kommen mehrere Wochen Betriebsferien im Jahr. Wer wegen des Lakeside anreist, sollte den Tisch deshalb vor dem Zimmer reservieren – nicht umgekehrt.

Für den Alltag ist das Parkview im Erdgeschoss zuständig: Frühstück, Business Lunch und eine geradlinige, norddeutsch inspirierte Küche unter Küchendirektor Stefan Wilke, im Sommer auf der Terrasse zum Park. Seit April 2025 gehört außerdem die Osteria due zum Haus, ein eigenständiges italienisches Restaurant wenige Schritte entfernt in der Badestraße. Gastgeber Francesco Delvecchio und Küchenchef Jochen Kempf sind vielen Hamburgern noch aus der früheren Osteria Due vertraut. Carpaccio Cipriani, hausgemachte Ravioli, Calamaretti vom Grill – eine willkommene, unkomplizierte Alternative, wenn es nicht das große Menü sein soll. Montag und Dienstag ist Ruhetag.


Die Fontenay Bar im sechsten Stock bietet einen Rundumblick von gut 320 Grad und eine umlaufende Terrasse; von Donnerstag bis Sonntag gibt es abends Live-Musik. Sie ist längst auch bei Hamburgern beliebt, und Tischreservierungen nimmt die Bar nicht entgegen. An schönen Sommerabenden kann das Wartezeit bedeuten, auch für Hausgäste. Unser Rat: Komm früh, am besten zum Aperitif vor dem Abendessen, und bleib bis zum Sonnenuntergang. Die Karte reist in eigenen Kreationen durch neun Hafenstädte – eine schöne Idee für ein Haus, das seinen Namen einem Schiffsmakler verdankt.
Spa: schwimmen mit Blick auf die Alster

Das Fontenay Spa liegt ebenfalls im sechsten Stock und umfasst rund 1.000 Quadratmeter. Sein Mittelpunkt ist der 20 Meter lange Infinity-Pool, der von innen nach außen führt und optisch in die Alster übergeht. Hinzu kommen eine finnische Sauna mit Stadtblick, ein Dampfbad, eine große Ruhe-Lounge und ein Fitnessraum mit Geräten von Technogym; geöffnet ist täglich von 7 bis 22 Uhr. Wissen sollte man: Das Spa wird auch als Day Spa an externe Gäste verkauft. Am Wochenende ist es daher spürbar belebter als unter der Woche – die frühen Morgenstunden gehören den Hausgästen meist allein.
Lage: Rotherbaum, zwischen Park und Innenstadt
The Fontenay steht im Stadtteil Rotherbaum am Westufer der Außenalster, umgeben von Villen, Konsulaten und altem Baumbestand. Zum Bahnhof Dammtor mit ICE-Halt sind es zehn Minuten zu Fuß, zum Jungfernstieg etwa fünfzehn, zum Hauptbahnhof fünf Minuten mit dem Taxi. Der Flughafen liegt 9,5 Kilometer entfernt; das Hotel nennt rund 25 Minuten Fahrzeit und etwa 40 Euro für das Taxi. Parken kostet 40 Euro pro Tag. Für ein Stadthotel ist es hier bemerkenswert still. Der Preis dafür: Man wohnt nicht mitten im Geschehen, sondern am Rand der Innenstadt.


Direkt vor der Tür beginnt die 7,5 Kilometer lange Runde um die Außenalster, für Läufer wie für Spaziergänger die schönste Strecke der Stadt. Pöseldorf mit seinen Galerien und Cafés liegt in Gehweite, ebenso Planten un Blomen, die Staatsoper und die Kunsthalle. Zum Neuen Wall und zu den Alsterarkaden spaziert man in einer guten Viertelstunde am Wasser entlang. Für Elbphilharmonie, Speicherstadt und Landungsbrücken nimmst du das Taxi, zehn bis fünfzehn Minuten. Und wer im Sommer kommt, sollte wenigstens einmal mit dem Alsterdampfer fahren – touristisch, gewiss, aber zu Recht.
Was es kostet
The Fontenay gehört zu den teuersten Adressen der Stadt. Für ein Fontenay Deluxe solltest du an normalen Tagen mit etwa 450 bis 600 Euro pro Nacht rechnen, zu Messen, an Sommerwochenenden und im Advent auch deutlich darüber; mit Alsterblick kommt ein spürbarer Aufschlag hinzu. Das Classic für Alleinreisende beginnt je nach Datum bei gut 300 Euro, Suiten liegen meist im vierstelligen Bereich. Das Haus ist Mitglied der Leading Hotels of the World; Mitglieder des Leaders Club sammeln hier Punkte und erhalten je nach Verfügbarkeit Upgrades. Die schönste Zeit ist Mai bis September, wenn Terrassen, Pool und Alster zusammenspielen.
Passt für
Genießer, die moderne Architektur, Ruhe und Wasserblick einem klassischen Grandhotel vorziehen, für Feinschmecker mit Tisch im Lakeside, für Paare auf Städtereise mit Spa-Anspruch und für Geschäftsreisende, die abends nicht mehr aus dem Haus möchten.Passt weniger für
alle, die Plüsch, Geschichte und Grandhotel-Tradition suchen, die mitten im Trubel der Innenstadt wohnen wollen oder bei den Nebenkosten genau rechnen.The Fontenay ist für uns das überzeugendste Luxushotel Hamburgs für alle, die es hell, modern und ruhig mögen. Architektur, Lakeside und Spa spielen auf einem Niveau, das in Deutschland nur wenige Häuser erreichen. Wer ein Zimmer mit Alsterblick bucht und die Wochenenden im Spa meidet, erlebt das Haus von seiner besten Seite.
Du bleibst in Hamburg? Ein zweiter Klassiker an der Binnenalster: Vier Jahreszeiten, Hamburg — Hanse-Suite & Haerlin-Menü →
Wir buchen The Fontenay für dich über The Leading Hotels of the World – dein Leaders-Club-Status und deine Punkte werden eins zu eins weitergegeben.
Reise anfragenJoin our CommunityDieser Reisebericht beruht auf unserem eigenen Aufenthalt. Zahlen, Preise und Auszeichnungen haben wir im September 2026 mit den Angaben des Hauses abgeglichen: thefontenay.com. Sie ändern sich laufend, wir prüfen sie für deinen Reisezeitraum tagesaktuell. Fotos: The Fontenay Hamburg sowie Wikimedia Commons (Urheber und Lizenz jeweils am Bild).
Text und Recherche unterstützt durch KI




